Bewertung des Autors

Die Grundidee ist hervorragend und für uns perfekt, denn oft schon ist man "draußen" recht früh in den Schlafsack gesprungen und nun kann man dank dem CozyBag länger draußen im Campingstuhl sitzen und den Sternenhimmel genießen. Trotz des "Schlafsacks" am Leib bleibt man dank zu öffnenden Ärmel und Fußende beweglich.

7
1. Eindruck
6
Packmass
9
Vielseitigkeit
7
Bedienbarkeit
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Vielleicht genau das passende für Eure zukünftige Tour haben wir nun in den Alpen und auf Reisen dabei gehabt und schon mal für kommende Touren im Schnee antesten können.

Rückblickend gab es auf unseren Trekkingtouren und beim Camping oftmals die Situation, dass man abends vorm Zelt gesessen hat, es immer kühler wurde und man als verfrorrene Natur nach kurzer Zeit statt Sternenhimmel das Innenzelt im Schlafsack liegend bevorzugt hat. Nun hätte man zwar die wärmende Isolationsjacke am Oberkörper tragen können, jedoch würden die Beine trotzdem kühl bleiben. Mit dem Schlafsack an den Beinen kann man zwar diese wärmen, jedoch mag man wohl äußerst ungern mit den Trekkingstiefel in den Schlafsack, den man nachts noch zum schlafen nutzt. Zieht man die Schuhe aus, so fallen einem zwischendurch noch tausend Gelegenheiten ein, wo man noch mal die wärmende Sitzposition verlassen muss und wieder in die Schuhe hinein schlüpfen wird. Es muss daher etwas geben, dass man für das „Draußen-sein“ nutzen kann und dass die zuvor beschriebene Situation so angenehm wie möglich gestaltet.

Bergstop CozyBag im Review

Bergstop CozyBag im Review

Aus der Schweiz kommt nun der CozyBag der Marke Bergstop, der bereits auf Anhieb großes Interesse bei uns geweckt hat und den wir nun in den kommenden Monaten im Test haben werden.

Im Grunde genommen gibt es unzählige Einsatzmöglichkeiten für dieses Produkt und so kann man den CozyBag eigentlich nicht nur beim Camping oder Angeln nutzen, sondern eben für jede Aktivität, wo man der Kälte trotzen mag und trotzdem Bewegungsfreiheit benötigt. Eine Eierlegende-Woll-Milch-Sau gibt es leider auch hier nicht, so dass wir Euch zum Produkt die überwiegenden Vorteile zu Beginn präsentieren und im Anschluss wiederum die Kompromisse, die man bei diesem Produkt nun mal leider eingehen muss.

Bergstop CozyBag im Review

Bergstop CozyBag im Review

Bewegungsfreiheit ist immer ein sehr dehnbarer und subjektiv empfundener Begriff. Nimmt man den klassischen Mumienschlafsack als Massstab, so hat man diese sehr eingeschränkt. Die Beine sind in der Mumienform „aneinander“ gebunden und die Füße in der dicken Fussbox verstaut, wobei die Arme und Hände wiederum auch eher im Schlafsack liegen. Mag man im Schlafsack eine Strecke zurücklegen, so hat wohl jeder auf Tour schon mal dies in Form des „Sackhüpfens“ praktiziert. Nicht wirklich Materialschonend und zugleich auch sehr anstrengend. Beim CozyBag geht man in eine andere Richtung und konstruierte eine Mischung aus Jacke und Schlafsack, wo eben auch die Vielfältigkeit des Produkts in einigen Punkten erkennbar ist. Nachfolgend zeigen wir Euch einerseits die Vielseitigkeit, andererseits aber auch die Punkte, wo sich der CozyBag von der Masse der konkurriernden Schlafsäcke abgrenzt.

Bergstop CozyBag im Review

Bergstop CozyBag im Review

Beim Biwakieren im Schlafsack hat man spätestens beim Sitzen das Problem, dass man den Schlafsack runterschiebt um so die Hände frei zu haben. Der CozyBag bietet nun wie eine Jacke Ärmel, wobei diese nicht wie bei einer Winterjacke offen und mit Bund versehen sind, sondern die Form eines Fäustling besitzen. Sowohl von außen, als eben auch von innen kann man wiederum die Ärmel an der Spitze öffnen und hat so die Hände frei zum Kochen oder um eben auch einer Tasse zu trinken. Natürlich hätte man die Hände frei genug, um zu Angeln, zu jagen oder eben um die Zeit noch etwas länger draußen vorm Zelt zu verbringen.

Bergstop CozyBag im Review

Bergstop CozyBag im Review

Gerade beim Einsatz vorm Zelt, auf der Terrasse oder eben auch nur auf Reisen profitiert man von der Öffnung am Boden und der Schlafsackähnlichkeit. Einerseits hat man den „Wärmespender“ deutlich enger am Körper als die klassische Campingdecke und genießt so nun die Mumienform, andererseits kann man konstruktionsbedingt zumindestens im Watschelgang sich fortbewegen und muss nicht die Wärme im Innern des CozyBag verlassen. Der Boden des CozyBag ist weniger ein eigenständiger Fußraum, sondern eher nur eine mit Kordelzug verschließbare Öffnung. Je nachdem was man eben plant, kann man so nun die Füße rausstrecken oder eben wieder zu einem normalen Schlafsack verwandeln. Für alle Unternehmungen, wo man die Hände benötigt, kann man die Ärmel mit einem RV öffnen und hat so je nach Belieben, die Finger frei oder auch nur die Handinnenfläche und den Rest der Hand abgeschirmt vom Ärmel. Abdeckleisten neben den Öffnungen entdeckt man natürlich auch beim CozyBag, so dass die  vielen RV-Öffnungen und Kordelzüge auch nicht die schlimmsten Kältebrücken werden.

Bergstop CozyBag im Review

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Blickt man auf die „Nachteile“ dieser vielfältigen Konstruktion, so muss man diese relativierend als Kompromisse bezeichnen. Zum einen will man nicht den klassischen Schlafsack haben, insofern bedarf es einer Lösung, wie man aus einem Produkt direkt mehrere „Halb-„Produkte entwirft. Den Cozy Bag kann man z.B. als Jacke nutzen, in dem man den geöffneten unteren Teil auf der Innenseite hochkrempelt und mit Druckknopf fixiert. Dies ist zwar praktikabel, aber optisch kein Leckerbissen. Es eröffnet zugleich aber auf Reisen die Möglichkeit, dass man im Flieger oder in der Bahn bei Langstreckenreisen eben direkt die Decke am „Mann“ bzw. „Frau“ hat. Auf unseren Fahrten nach Abisko von Stockholm wäre diese „Decke“ z.B. sehr nützlich und vor Fahrten mit 20 und mehr Stunden blickt man auch mehr auf das funktionelle und weniger auf die Optik. In den beiden Fronttaschen und in der „Napoleontasche“ hat man dann auch im CozyBag die Jackentypischen Taschen für allerlei Kleinkram.

Bergstop CozyBag im Review

Bergstop CozyBag im Review

Ein weiterer Punkt wäre vielleicht die beschränkte Schrittlänge bei geöffneten Fussteil bzw. eben auch die Länge des „Mantel“, denn er reichte im Test mindestens zum Knöchel und wäre so natürlich für ein unbekümmertes Gehen nicht optimal. Auch hier ist wieder der Kompromiss in dem Punkt zu finden, dass man eben irgendetwas braucht, worin man trotzdem noch mal fix die Angelsachen aus dem Auto holen kann, der Gang zum nächtlichen Besuchs des stillen Örtchens möglich wäre und man auf das „nicht immer raus aus dem Schlafsack, rein in die warme Kleidung und Schuhe anziehen“ verzichten könnte. Genau dieser Verzicht ist nun beim CozyBag vollkommen möglich und dank des atmungsaktiven, winddichten und reissfesten 320T/240TDiamond Ripstop Innen- und Aussenmaterial verträgt der Schlafsack auch schon mal den ein oder anderen robusteren Einsatz in der Natur.

Bergstop CozyBag im Review

Bergstop CozyBag im Review

Der Verzicht geht wiederum zu Lasten der Wärmeleistung, denn eben zu viele Öffnungen und Abweichungen von dieser minimalen Konstruktion fordern ihren Tribut. Ein richtiges Fußteil mag im Vergleich zum Kordelzug vielleicht dann doch etwas wärmer sein und auch die Arme dürften im Innern eines Schlafsack wärmer werden, als eben in den Ärmeln des CozyBag, wo eben die Glieder selber für die Wärme alleine sorgen müssen. Hier muss man aber auch darauf hinweisen, dass wir den CozyBag bislang noch nicht in einer kühlen Nacht beim Biwakieren oder eben beim Nächtigen im Zelt im Test hatten. Im Einsatz war er witzigerweise zuerst als Reisedecke im Auto, in einer ausgekühlten Ferienwohnung als „Hausanzug“ und eben auch in den Abendstunden zum Tiere bzw. Landschaftbeobachten in den Alpen. Eine komplette Nacht haben wir darin also noch nicht verbringen können.

Bergstop CozyBag im Review

Bergstop CozyBag im Review

Fazit

Der erste Eindruck war doch eine kleine Überraschung, denn der CozyBag ist zwar größer als so mancher Daunenschlafsack, aber trotz der Länge und Ärmel verhältnismässig klein im Packmass. Das StopTec Isolationsmaterial (Polyester Microfaser) macht rein von der Haptik einen sehr guten Eindruck, wie gut es jedoch draußen als Schlafsck auch in den Nächten warm hält, das werden wir noch in den kommenden Wochen testen.

Maximal-Temperatur: 20 °C / 68 °F
Komfort-Temperaturbereichslimite: 5 °C / 40 °F
Extrem-Temperatur: -8 °C / 17 °F

Die Grundidee ist hervorragend und für uns perfekt, denn oft schon ist man „draußen“ recht früh in den Schlafsack gesprungen und nun kann man dank dem CozyBag länger draußen im Campingstuhl sitzen und den Sternenhimmel genießen. Trotz des „Schlafsacks“ am Leib bleibt man dank zu öffnenden Ärmel und Fußende beweglich.

Bergstop CozyBag im Review

Bergstop CozyBag im Review

Abschließende Frage wäre vielleicht noch die, könnte der CozyBag auf Tour unseren Schlafsack prinzipiell ersetzen? Die Antwort wäre natürlich sehr subjektiv und daher keine Garantie auf allgemeine Gültigkeit: Überall dort, wo die 1200g – 1500g (je nach Größe) nicht ins Gewicht fallen und auch die Größe des Packvolumen keine Rolle spielt: ja, dort wo man jedoch nicht nur wärmere Schlafsäcke braucht, sondern auch noch mit Platzmangel im Rucksack zu kämpfen hat, eher nein. Der CozyBag ist jedoch für uns zu dem Pflichtteil für Reisen, Camping und Biwak geworden, denn er ist weit mehr als Schlafsack oder nur Campingdecke. Zugleich ist der Bergstop CozyBag auch ein Produkt, dass man auch fern der Touren wunderbar im Alltag verwenden kann. Mit Blick auf die Vielseitigkeit und dass das „Outdoorprodukt“ eben nicht nur „Outdoor“ genutzt wird, sind die 189 € auf der Shopseite von Bergstop wahrlich ein günstige Anschaffung, die wir Euch wärmstens empfehlen können.

Alle Bilder zum CozyBag in der Galerie